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Das historische Städtchen Glurns: So wurde das 900 Mann-Dorf zur Stadt

23. November 2020

Bei dem Wort „Kleinstadt“ haben Sie gewiss ein bestimmtes Bild im Kopf. Eine Siedlung mit ein paar (Zehn)tausend Einwohnern, recht zentral gelegen, vielleicht von mehreren kleineren Gemeinden umgeben. Brixen oder Leifers in Südtirol wären hier mit jeweils etwa 20.000 Einwohnern gute Beispiele. Doch heute geht es nicht um diese. Die Kleinstadt von der wir sprechen, nur 20 Autominuten vom Reschensee und unserem Aktiv und Wellnesshotel **** Traube Post entfernt gelegen, ist wirklich klein. Sie hat kaum über 900 Einwohner! Entdecken Sie mit uns die kleinste Stadt Italiens und ihre bewegte Geschichte: Glurns im Vinschgau.

Vom Dorf zur Stadt

Mit 905 Einwohnern (Stand 2019) und einer besiedelten Stadtfläche von 5km² (13km² insgesamt) ist Glurns nicht nur die kleinste Stadt Italiens, sondern auch die zweitkleinste des ganzen Alpenraumes. Durch das im Mittelalter verliehene Markt- und Stadtrecht, das auch heute noch Gültigkeit besitzt, ist Glurns jedoch den anderen sieben, weit größeren Südtiroler Städten wie Meran oder Bozen ebenbürtig.

Glurns ist zu Recht eines der beliebtesten Ausflugsziele für Ihren Urlaub im Vinschgau. Bei einem Abstecher in die romantische, mittelalterliche Stadt werden Sie in die Zeit zurückversetzt. Die vollständig erhaltene Stadtmauer, die die Innen- und die Außenstadt voneinander trennt, schafft ebenso unverwechselbares Flair wie die drei charakteristischen Türme. Diese markieren jeweils eines der Stadttore, durch die man die Innenstadt erreicht.

Deren enge Gassen mit den zwei sich kreuzenden mittelalterlichen Laubengängen lohnen für einen kurzen Spaziergang und viele kleine Geschäfte und Gasthöfe laden zum Bummeln und Genießen ein. Auch die Pfarrkirche St. Pankratius aus dem 15. Jahrhundert mit ihrem riesigen barocken Zwiebelturm begeistert Historienfans. Glurns weiß um seine Schönheit und setzt sie besonders zur Weihnachtszeit gern in Szene, wenn unzählige kleine Lichter die schneebedeckte Stadt mit ihren historischen Fassaden beleuchten und ihr ein magisches Ambiente bescheren.

Bis zum heutigen Status als Touristenfavorit musste das kleine Glurns jedoch leider einiges durchmachen:

Aufstieg und Fall der kleinen Stadt

Besiedelt wurde die Gegend um Glurns bereits um 800 n. Chr., die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1163. Der Standort war optimal, denn sowohl die Via Claudia Augusta (heute übrigens ein wunderschöner Radweg!) als auch ein Verkehrsknotenpunkt für den Handel in die Schweiz lagen in unmittelbarer Nähe. Bald erlangte Glurns große Bekanntheit im Alpenraum. 1304 erhielt die Siedlung schließlich das Stadt- und Marktrecht, das bis heute aufrecht bleibt. Die damaligen Landesfürsten fanden Gefallen an Glurns und verhalfen ihr mit Steuererleichterungen und anderen Vorteilen zu schnellem wirtschaftlichem Wachstum. Als schließlich 1233 auch der Gerichtssitz für den gesamten Vinschgau nach Glurns verlegt wurde, war die wirtschaftliche und politische Bedeutung gesichert.

Die nächsten zwei Jahrhunderte genoss die Stadt stetig steigenden Reichtum und Ansehen. Der Handel mit Salz, Gewürzen, italienischen Früchten, Wein und Metallwaren florierte. Doch die Glückssträhne der kleinen Stadt im Obervinschgau hielt nicht für immer. 1499 fiel, nach der Niederlage bei der berühmten Calvenschlacht, das kaiserliche Heer in die Stadt ein und plünderte und zerstörte sie gründlich. Um dies in Zukunft zu verhindern, wurde beim Wiederaufbau die, heute noch intakte, Stadtmauer errichtet.

Eine Weile war es ruhig um Glurns. Auch der Handel erholte sich, bis Ende des 16. Jahrhunderts die Handelsrouten erheblich geändert wurden und die wirtschaftliche Vorherrschaft ein Ende fand. Zudem wurde Glurns im Dreißigjährigen Krieg von Söldnern heimgesucht, die neben der damit einhergehenden Plünderung und Verwüstung eine schwere Seuche in die Stadt schleppten. 1664 und 1732 zerstörten zwei Feuersbrünste große Teile der Stadt und gelegentliche Hochwasser der nahegelegenen Etsch überschwemmten in den folgenden Jahren die Außerstadt. Das letzte größere Unglück war schließlich ein Raubzug von französischen Truppen 1799.

Schwere Unglücksschläge blieben der kleinen Stadt seitdem glücklicherweise erspart, doch schaffte sie es nicht, an die vergangenen glorreichen Zeiten anzuknüpfen. Man fand sich damit ab und kehrte zurück zu einer einfacheren, bäuerlichen Lebensweise. Der Bau der Vinschgerbahn 1906 versprach zwar ein wenig touristischen und wirtschaftlichen Aufschwung. Die Strecke führte jedoch nur bis ins benachbarte Mals und ließ Glurns nur wenig davon profitieren. Nach dem Anschluss an Italien nach dem ersten Weltkrieg und der Verlegung des Gerichts nach Schlanders Anfang der 1930er-Jahre war die Relevanz von Glurns wiederum an einem neuen Tiefpunkt angelangt.

Wiederentdeckung als Kulturjuwel

Die nächsten vier Jahrzehnte war es ruhig um die kleine Stadt im Obervinschgau, bis sich in den 70erjahren einige Universitäten und Hochschulen im In- und Ausland für die vielen versteckten und inzwischen vernachlässigten historischen Sehenswürdigkeiten interessierten. Einige liebevolle, teils aufwändige Sanierungen und Restaurierungen später erstrahlt Glurns heute im neuen Glanz, ohne die Magie des Mittelalters verloren zu haben. Lassen auch Sie sich das einmalige Flair dieser historischen Kleinstadt nicht entgehen!

Noch mehr Tipps zu den Kulturschätzen des Vinschgaus erhalten Sie natürlich bei uns im Aktiv und Wellnesshotel **** Traube Post am Reschensee!

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